
Bereits am Samstag zeigte sich, warum Sassnitz als einer der schnellsten Kurse der SailGP-Serie gilt. In frischen, böigen Westwinden und unter wechselhaften Bedingungen überboten sich die Crews mit neuen Geschwindigkeitsrekorden. Das französische Team um Quentin Delapierre knackte die alte Bestmarke und setzte mit 107,63 km/h einen neuen Liga-Rekord. Auch Großbritannien, Brasilien und Spanien hatten zuvor die 100-km/h-Marke deutlich überschritten. Die deutschen Fans jubelten besonders laut, als das Heimteam um Steuermann Erik Kosegarten-Heil (auch bekannt als Erik Heil) und Strategin Anna Barth eines der Vorläufe mit einem Start-Ziel-Sieg für sich entschied. Trotz schwieriger Phasen hielt die deutsche Mannschaft den Anschluss und zeigte kämpferische Leistung.

Der Sonntag brachte dann die entscheidende Phase – und ein wahres Wettertheater. Böen, Regenschauer, plötzliche Windflauten und ruhige Phasen wechselten sich ab. In diesem „wilden und verrückten“ Ambiente setzte sich das australische Team Bonds Flying Roos mit dem erfahrenen Steuermann Tom Slingsby durch. Mit einem starken Start im Finale gegen Kanada, Neuseeland und Spanien zogen die „Flying Roos“ davon und sicherten sich den Event-Sieg. Es war bereits der fünfte Saisontriumph der Australier. Dahinter belegten Kanada (NorthStar mit Giles Scott) den zweiten und Spanien (Los Gallos mit Diego Botín) den dritten Platz. Neuseeland um Peter Burling wurde Vierter. Das deutsche Team beendete das Wochenende auf dem siebten Rang – mit zwei Einzelsiegen im Gepäck, aber knapp am Finale vorbei.
Besonders erfreulich: Anders als im Vorjahr, als Sassnitz wegen mehrerer Kollisionen den Spitznamen „Crashnitz“ erhielt, kamen diesmal alle 13 Boote unbeschadet durch das Wochenende. Die Sicherheitsteams und Crews hatten aus den Erfahrungen gelernt, und die Rennen blieben actionreich, ohne große Zwischenfälle.
Wer die nächste Ausgabe des Spektakels 2027 hautnah miterleben möchte, findet im nahegelegenen Sellin mit seinen historischen Bäderarchitektur-Villen einen idealen Ausgangspunkt – etwa in einer Ferienwohnung wie der Villa Celia.
Sassnitz selbst strahlte. Tausende Zuschauer säumten die Tribünen und den Hafen, feuerten die Teams an und genossen die einzigartige Atmosphäre. Die Mischung aus Hightech-Sport, spektakulärer Natur und familiärem Festcharakter machte den Ort zu einem echten Highlight der Saison. Die wirtschaftliche Bedeutung für die Region ist enorm – bereits 2025 hatte das Event Millionen Euro in die lokale Wirtschaft gebracht. SailGP-Chef Russell Coutts zeigte sich begeistert von den Bedingungen auf der Ostsee und bestätigte die Rückkehr für 2027.

Für die SailGP geht es weiter nach Valencia, doch das Bild der fliegenden Katamarane vor den weißen Kreidefelsen Rügens bleibt in Erinnerung. Australien darf feiern, Deutschland hat erneut gezeigt, dass es mithalten kann, und Sassnitz hat bewiesen, dass es zu den großen Schauplätzen des Weltsports gehört. Ein Wochenende, das Sport, Landschaft und Emotionen perfekt verband – und das man nicht so schnell vergisst.

Wer durch das SailGP-Wochenende selbst Lust aufs Segeln bekommen hat, träumt vielleicht schon vom eigenen Segeltörn.